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23.05.2017 Dienstag Als Nichtschwimmer auf der Flucht übers Meer?

Das DLRG-Team und Teilnehmer. Ausbildungsleiterin Manuela Eschert Mitte oben

Einzelunterricht mit Ute Ridderbusch

Das ist leider tausendfache Wahrheit. Für uns unvorstellbar, dass Menschen die nicht schwimmen können sich in einem Schlauchboot in diese Gefahr begeben. Deren Überlebenswille muss fast übermenschlich sein.

Selbst hier angekommen, droht den Flüchtlingen eine gleiche Gefahr. Die Zahl der Ertrinkungsfälle mit ihnen steigt leider auffällig an. Hinzu kommt, dass nur Kinder und jugendliche Flüchtlinge in Deutschland im Rahmen des Schulschwimmens in den Genuss von Schwimmunterricht kommen. Für erwachsene Flüchtlinge sind die Angebote aufgrund der verfügbaren Kurse eher dünn gesät.

Im Sommer 2016 suchten einige Flüchtlinge in Münster per Zeitungsinserat nach jemandem, der ihnen privat das Schwimmen beibringen würde. Max Christian Wülfing aus Münster war sofort klar, dass es dazu eines besonderen, geschützten Rahmens bedurfte, und begann, seine Idee spezieller Schwimmkurse für erwachsene Flüchtlinge in die Tat umzusetzen. Unterstützung fand er zunächst bei Ludger Picker, Pastoralreferent und Flüchtlingsbeauftragter der Kirchengemeinde Sankt Mauritz Münster.

Recht bald war die DLRG Münster als Partner für eine fundierte Ausbildung gefunden

Doch auch eine adäquate Wasserfläche ist notwendig, aber in Münster immer knapp. Hier konnte Claus-D. Puls von der TheraNet Westfalen GmbH aushelfen, die im Franziskus-Hospital ein therapeutisches Schwimmbad unterhält und für das Schwimm-Projekt zur Verfügung stellte. Die Mauritzer Franziskanerinnen überließen dafür einen Teil ihrer Schwimmzeiten.

Damit konnte Manuela Eschert, Ausbildungsleiterin der DLRG Münster aktiv werden und organisierte ein Ausbilderteam. Dieses musste sich auf zehn erwachsene Männer einstellen, die mit keiner bis wenig Wassererfahrung schwimmen lernen wollten.

Schnell stellte sich heraus, dass ethische Bedenken, sprachliche Probleme und vieles andere mehr schnell überwunden werden konnten. Erstaunlich wenn man weiß, dass Iraker, Iraner, Syrer oder Nigerianer die Teilnehmer sind. Oft mit Händen und Füssen, ein anderes Mal in englischer Sprache, oder mit den ersten deutschen Spracherfahrungen der Flüchtlinge kam man schnell zurecht. Die guten Bedingungen im Schwimmbad taten ein Übriges.

Inzwischen sind die ersten Teilnehmer schon Schwimmer geworden. Ein ganz klarer Erfolg von Karoline Müller, Jessica Husch, Ute Ridderbusch, so wie Lisa, Katharina und Locke (Heinrich-Werner) Beckmann den ehrenamtlichen Ausbildern der DLRG Münster.

Schon in Kürze werden die Teilnehmer allein in ein öffentliches Schwimmbad gehen können und die neu erlernte Fähigkeit ausleben.

Fotos: Wilfried Sandbaumhüter

Kategorie(n)
Ausbildung

Von: Wilfried Sandbaumhüter

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