Respektvoller Umgang mit Grenzen

Handlungsleitfaden der DLRG Westfalen e.V.

„Wir gemeinsam tragen die Verantwortung, unsere Kinder und Jugendlichen sowie Mitglieder und Kameradinnen und Kameraden vor [sexualisierten] Übergriffen zu schützen, zu bewahren und unseren Ausbildern und Vorständen beim Umgang mit diesem Thema Hilfestellungen zu geben. Unser großes Anliegen besteht darin, die Sensibilität für dieses Thema zu schärfen, Vorkehrungen zu treffen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Wir wollen uns klar positionieren, dass wir potentiellen Täterinnen oder Tätern den Zugang zu unseren Kindern und Jugendlichen nicht ermöglichen dürfen und wir uns klar gegen jegliche Form der Gewalt im Sport aussprechen.“

Ein Auszug aus dem Handlungsleitfaden des DLRG Landesverbandes Westfalen e.V.
http://westfalen.dlrg.de/fuer-mitglieder/respektvoller-umgang-mit-grenzen.html

Gemeinsam mit dem Landessportbund und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW wird seit 1999 erfolgreich die Präventionskampagne "Schweigen schützt die Falschen" zur sexualisierten Gewalt im Sport umgesetzt. Die Kampagne erarbeitet und publiziert vor allem Plakate, altersgerechte Informationsmaterialien und Handreichungen.

Auch ein ausführlicher Elternratgeber findet sich hier:
https://www.lsb-nrw.de/unsere-themen/gegen-sexualisierte-gewalt-im-sport

Sensibilisieren - informieren - wach bleiben - nachhaltig verankern

Eingebettet in diese Kampagne  und unterstützt vom Landesverband der DLRG hat sich auch der Bezirk Münster intensiv mit dem Thema "Sexualität und sexualisierte Gewalt im Sportverein" beschäftigt. Mit der Stadt Münster wurde die Vereinbarung zum §72a Abs3-5 SGBVIII für Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe abgeschlossen.

Im Sportverein, speziell in der Schwimmausbildung oder im Rettungswesen ist körperliche Berührung oft unumgänglich, in manchen Fällen auch gewünscht. Es liegt in der Natur der Sache, dass dies auch potenzielle Täter lockt. Dieser Gefahr sind wir uns als Verein bewusst und stellen uns ihr!

Mit dem Anspruch, eine Kultur des Hinschauens zu schaffen, Betroffene zur Offenheit zu ermutigen und potenzielle Täter abzuschrecken, wurden bisher und werden in Zukunft vielfältige Maßnahmen getroffen.

Maßnahmen der DLRG Münster zur Implementierung des Themas in den Verein

  • Vorlage des erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses von jedem in der DLRG Aktiven
  • Grundsensibilisierung für das Thema Körperlichkeit in Kooperation mit Pro Familia Münster
  • Einbau eines Modules in die Ausbildung der Lehrscheinanwärter zum Thema "Sexualität und sexualisierte Gewalt in der Schwimmausbildung"
  • Fortlaufende Vertiefungsangebote mit Praxisbezug
  • Individuelle Maßnahmen für die unterschiedlichen Bereiche (Workshops, Infoveranstaltungen etc.)
  • Entwicklung individueller Elternbriefe für die Ausbildungszentren der DLRG mit Hinweis auf Körperlichkeit
  • Entwicklung eines Handlungsleitfadens und Dokumentationsbogens
  • Intensive Methodendiskussion bzgl. der Körperlichkeit in der Schwimmausbildung
  • Information und Bereitstellung von Hilfe innerhalb des Vorstandes und "kurze Wege"
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema durch die und in der DLRG

Was tue ich, wenn mir innerhalb der DLRG etwas seltsam vorkommt?

  • Zuerst immer Ruhe bewahren!
  • Hilfe holen, jemanden ansprechen: im Zweifel einen Verantwortlichen informieren
  • Gemeinsam dokumentieren
  • Den Vorstand informieren (der wird sich mit Fachleuten beraten und bei der Klärung der Situation behilflich sein)

Ansprechpartner in der DLRG Münster:
Ari Schmitz
Bezirksleitung3@muenster.dlrg.de

Klaus Köbbing
Bezirksleitung2@muenster.dlrg.de

Ganz im Sinne von "respektvollem Umgang mit Grenzen" fängt die Prävention sexualisierter Gewalt im Verein bereits bei allen Themen an, die sich um Grenzsetzung ranken. Auch diese finden an verschiedenen Stellen Eingang in die Ausbildung unserer Aktiven, sodass wir mit gutem Gewissen behaupten können:

Wir schauen hin – nicht weg!